Nachlese

1
2
3
4
5
6
7

Großes Glück auf kleiner Scholle - mit dem Heimatbund auf Gartentour Rückblick auf einen Spaziergang vom 10.08.2024

Die Schreibhüttenanlage ist wie der Heimatbund 1921 gegründet worden und hat trotz einiger Geländeverluste immer noch ihren festen Platz hinter dem "Trockenmilchwerk". Es ist die älteste von neun Kleingartenanlagen in Lippstadt. Hier werden 65 Parzellen unterschiedlicher Größe nach den Vorgaben des "Schreber"-Konzepts bewirtschaftet, also je ein Drittel Blumen, Freizeitbehausung und Obst und Gemüse. Die Kolonisten kennen sich teils schon lange, die Familie Pinkawa z. B. kann auf eine lange Mitgliedschaft schon der Großelterngeneration zurückblicken.
Kleingarten bedeutet Regeln und Vorschriften, wie die Heckenhöhe von 95 Zentimeter, aber auch gegenseitige Hilfe, Austausch von Gartenfrüchten, Neuigkeiten und eben Gemeinschaft. Dieses Konzept findet auch unter jüngeren Interessenten Anklang, immer wieder erhält der Vorstand um Marius Pinkawa Anfragen, ob denn eine Parzelle frei sei. Die Coronazeit brachte vermehrt Anfragen, eine Parzelle macht aber doch mehr Arbeit, als zunächst gedacht, stellten einige frischgebackene Kleingärtner fest.
Die Besucher, die sich an diesem sonnigen Samstagnachmittag durch die Anlage führen lassen, wundern sich ein bisschen, dass nur wenige GärtnerInnen vor Ort sind. "Bei diesem Wetter gießen wir morgens ganz früh und kommen dann am späten Nachmittag noch mal wieder, sonst ist das zu viel Stress", weiß eine erfahrene Gärtnerin. Es findet sich aber doch Gelegenheit zum Plausch über den Gartenzaun, das offene Gartentor signalisiert, wie schon seit Jahrzehnten in der Kleingartenwelt, dass hier Besuch durchaus erwünscht ist. Die Gärtnerin hier erzählt uns, was sie anbaut, allerlei Gemüse und natürlich eine Fülle von Sommerblumen und Stauden. Nach dem Gärtnerschreck Nummer 1 befragt, verrät sie bereitwillig ihr
Rezept: die Schnecken werden einfach mit Hilfe eines Rhabarberblattes und darunter ausgestreuten Haferflocken in abgelegene Gartenbereich weg vom Salat und dem jungen Gemüse gelockt.
Wer Gartenarbeit liebt und sich hier einbringen möchte, ist willkommen, mitzumachen und sich an Gemüseanbau und Rabattengestaltung zu verwirklichen. Gartenzwerge sind hier kaum zu finden, dafür aber andere Deko, so z. B. Schafe, die aber pflegeleicht sind. Nach getaner Arbeit mit Harke und Kanne lädt das gemütliche Vereinshaus zum Ausruhen ein, hier finden auch Feste und Feiern statt. Auch BesucherInnen sind am Schreibhüttenweg willkommen, sich umzuschauen, an der Pflanzenpracht zu erfreuen und auf einer der Besucherbänke eine kleine Rast einzulegen.
Das Nagalino-Projekt (Naturgarten Lippstadt Nord) ist das jüngste Gartenprojekt, entstanden noch in Corona- Zeiten 2021 mit einer Gruppenstärke von sieben bis zehn Mitmachenden. Angefangen hat alles mit der Idee, auf einer kleinen städtischen Fläche in einem Wohngebiet an der Rüdenkuhle die hochpopuläre Blumenwiese anzulegen. Aus diesen Anfängen entstanden dann Staudenbeete, Obstspaliere und Gemüsebeete, einige Bäume kamen in diesem Jahr dazu. Die Mitglieder geben sich mit ihrem Wissen, ihrer Muskelkraft und ihrer Zeit auf dieser Fläche ein und kümmern sich je nach Neigung um ein Beet oder einen Gartenaspekt.
Nagalino ist anders als die gepflegten Familiengärten rundum, von denen einer mit einem ordentlichen Baum für einen schönen Schatten im Projektgarten sorgt. Wasser wird von einer Nachbarin bereitgestellt, ansonsten sind Kanne, Hacke und Muskelkraft die wichtigsten Zutaten. Dass nur ein schmaler Rasenstreifen rundum regelmäßig gemäht wird, stört so manche BesucherInnen, die einen kurzen Blick auf Nagalino werfen. Das Gras, das nun, im August, zusammen mit Wildkräutern ausgeblüht hat, wird nur einmal im Jahr gemäht, so kann sich allerlei aus der Insekten-und Tierwelt hier aufhalten. Wichtig ist allen, nachhaltig zu gärtnern, den kargen Boden zu pflegen und zu verbessern, z. B. mit Grasschnitt und Pferdemist. Und trotz der Rückschläge durch Schneckenfraß und allerlei Tierchen freuen sich die Gärtner hier, dann doch auch etwas selbst Gezogenes zu ernten und zu genießen. Dank vieler fleißiger Schneckensammlerinnen blieben Kohlrabi-, Kürbis- und Bohnenpflänzchen von den Schnecken verschont. Ausgelegte Holzbretter dienten als Versteck. Nur Salatpflanzen in der Nähe des Kompost hatten keine Chance.
Das fast tropische Klima in diesem Jahr lässt vor allem die Kürbisse gedeihen, die nicht nur die üblichen, sondern auch ausgefallene Flaschenkürbisse umfassen. Die Nagalino-Gemeinschaft lädt auch zum Vorbeischauen ein und ist offen für Menschen, die hier auch mitmachen möchten. Wer bei den Nagalinos einsteigen möchte, sollte sich mit Christel Müller in Verbindung setzen (Tel. 0178 - 803 9000).

 

Radtour: Richtung Rietberg

Eine Gruppe von RadfahrerInnen folgte Dagmar Bloem am 11. Mai 2024 auf ihrer sommerlichen Tour nach Rietberg. Nach einer Führung durch das vom Heimatverein renovierte alte Ackerbürgerhaus stärkten sich alle bei leckeren Waffeln und Kaffee, um dann den Heimweg nach Lippstadt anzutreten.

 

Stadtspaziergang: Die helfende Hand

Die helfende Hand war in Lippstadt oft gefragt, wenn es z.B. um Unterbringung im Alter ging. Ab dem 13. Jahrhundert konnten alte Bürgersfrauen im Hospital zum Heiligen Geist in einer von mehreren Senioreneinrichtung unterkommen. Die sozialen Netzwerke in Lippstadt wurden in enger Kooperation zwischen Kirche und Stadtverwaltung unterhalten und boten Obdach, Sicherheit für Waisen und auch immer wieder Hilfe in Notlagen. Ein System von Spendenverteilungen sorgte rund um das Jahr für zusätzliche Essensrationen und sicherte nach den Glaubensvorstellungen der Kirche den Spendern göttliches Wohlwollen. Spätere soziale Projekte wie die Armenverpflegungsanstalt im frühen 19. Jahrhundert setzten verstärkt auf Selbsthilfe und banden erstmals auch BürgerInnen ein. Der Spaziergang am 13.04.2024 schloss auch die modernen Hilfsangebote durch die Kia, und den SkF ein. Zum Abschluss erläuterte die streetcare-Krankenschwester Miriam Liedmüller noch das Angebot des SKM, auch auf der „katholischen Meile“, an der Cappelstraße. Hier wird niederschwellig Obdachlosen das Angebot von Aufenthalt und Nutzung von Infrastruktur geboten, zudem auch im Rahmen des Programms „endlich ein Zuhause“ nach Wohnraum gesucht

 

Besichtigung: Stadttheater Lippstadt

Eine Gruppe von Mitgliedern und Gästen des Heimatbundes lernte am Samstag 9. März 2024 bei einer Führung durch Frau Harms, die Geschäftsführerin der KWL, das komplett runderneuerte Stadttheater kennen. Frau Harms erläuterte mit viel Engagement die Verbesserungen, vor allem im Hinblick auf den Brandschutz, die Arbeitssicherheit, die Lüftung und die Barrierefreiheit. Darüber hinaus konnten die Arbeitsabläufe vor allem hinter der Bühne optimiert und damit der Betrieb dieses nun 50 Jahres alten Kulturtempels in unserer Stadt erleichtert werden. Die BesucherInnen konnten sich auf einer spannenden Tour, auch durch das „Innenleben“ des Baus, davon überzeugen, dass die Bauphase sich im Ergebnis für das Haus und alle BesucherInnen gelohnt hat.

 

Besichtigung: Das Liesborner Evangeliar

In zwei Gruppen lernten TeilnehmerInnen am Stadtspaziergang am 13.1.24 das Liesborner Evangeliar im Rahmen einer Führung kennen. Berthildis, Äbtissin des Damenstifts Liesborn stiftete um 1000 n.Chr ein besonderes Buch für den liturgischen Gebrauch während der Messe. Dieses Prachtstück mittelalterlicher Gestaltungskunst, im 16 Jahrhundert mit einem repräsentativen Bucheinband versehen, enthält Evangelientexte, Illustrationen und Begleitmaterial des Schreiber Gerwardus und seiner Kollegen. Das im 16 Jahrhundert eingebundene Pergamentbuch hatte dann eine lange und verschlungene Reise hinter sich, bis es schließlich für seinen Bestimmungsort Liesborn zurückgekauft werden konnte. Ein eigens ausgestalteter Ausstellungsbereich wird dieser Kostbarkeit gerecht und ermöglicht seine angemessene Präsentation.

 

1
2
3
4
5
6
7