Nachlese

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Lief alles nach Plan? Vortrag von Dr. Nina Gens am 15.02.2019


Lief alles nach Plan? Diese Frage konnte nur teilweise bejaht werden. Frau Dr. Nina Gens stellte in ihrem Vortrag zur Frühphase der Bebauung in der Soeststraße heraus, dass die streng parzellierte geplante Stadt, wie sie schon früh für Lippstadt angenommen wird, in diesem Areal nicht als Muster zu finden ist. Die mehr als 12.000 Funde, die die Grabungen in den neunziger Jahren zu Tage förderten, geben zusammen mit den Grabungsschnitten selbst Auskunft über die Bebauung des Geländes rund um das Stadtarchiv. Dieser imposante Bau, ein Steinwerk aus dem 14 Jahrhundert, stellt eine Ausnahme dar, rundherum wurden Häuser mit einfacheren Mitteln gebaut, geflickt, erweitert und nach Bränden wiederaufgebaut. Die Parzellengrenzen, in anderen Teilen der Altstadt von Lippstadt durchaus regelmäßig, sind hier mehrfach verändert und verschoben worden. Die Bewohner dieses Viertels hinterließen aber allerlei Funde, die den Archäologen eine Datierung und auch die Rekonstruktion der Lebensverhältnisse möglich macht. Es gab kleine Tonfiguren, aus dem Rheinland eingehandelt, einfache Keramik, aber auch die glasierten Trinkbecher "für gut", die man sich leistete.
Archäologen öffnen kleine interessante Zeitfenster in die Vergangenheit und tragen damit zur Geschichtsdichte für Lippstadt bei. Leider ist heute dieser Bereich wieder komplett überbaut, in anderen Bereichen, so z.B. an der Ecke Cappelstraße/Klosterstraße böte sich die ideale Gelegenheit, mittels Sondierung und Grabung auch hier die frühe Siedlungsgeschichte der Stadt tor Lippe und der zuvor bestehenden Siedlung zu erfassen.





 

Stadtspaziergang: "Wechselvolle Stadtgeschichte - Perspektivenwechsel"


Der Spaziergang am Samstag, 9. Februar 2019 unter demTitel Perspektivenwechsel zeigte, dass immer wieder Objekte in der Stadt ihrenStandort wechselten. Die Haustüren nahmen bei dieser Tour einen breiten Raumein. Sie wurden ausgebaut, eingelagert, umgesetzt und manchmal erst nachlängerer Reise bis nach Bayern wieder zurück in die Stadt gebracht.
Aber auch Tore und sogar ein komplettes Haus sowie dasgroße Wasserrad von der Burgmühle fanden in Lippstadt Platz und bereichernunsere Stadt, in der nichts wegkommt.

 

"Samstags wurden die Türklopfer geputzt"


... "und hier ging frühereine Treppe hinauf in die erste Etage". Da ist sich Frau Kersting, geb.Schwan ganz sicher, hat sie doch 16 Jahre mit ihrer Familie im heutigenStadtmuseum gewohnt. Frau Kersting ist Gast beim Stadtspaziergang desHeimatbundes am Sonntag, 9. Dezember, bei dem die Museumsleiterin, Dr.Christine Schönebeck, den Interessierten Details zum "Museum imAufbruch" vermittelt. Eine Zeitzeugin aus der Phase vor dem großen UmbauEnde der fünfziger Jahre ist ein Glücksfall, findet sie. Frau Kersting weißdenn auch, dass der Eingang früher an der Rathausstraße lag, die heutige Osttürkurzerhand von der West-auf die Ostseite verlegt wurde.
Das alte Haus aus dem 17.Jahrhundert wurde immer wieder umgebaut, ähnelte früher den Fachwerkhäusern derübrigen Rathausstraße viel mehr. Aus dem Kommandantenhaus wurde das Stadthausder Familie Rose, die es ihrerseits immer wieder auch umbaute und im Innerenmit den prächtigen Stuckdecken versah. Beim Gang durch das heutige Museum wirdschnell klar, dass seit seiner Einrichtung vor 90 Jahren Grundrisse verändertwurden, ja sogar der Treppenaufgang, an den sich Frau Kersting lebhafterinnert, beseitigt wurde. Man geht heute über die"Dienstbotentreppe" in den ersten Stock. Diese Bel Etage beeindrucktauch heute noch mit den schönen Stuckdecken und Türen, von denen einige aus derBauzeit stammen.
Dieses Museum braucht mehr alseine Schönheitskur; nötig ist die Sanierung des Hauses und eine zeitgemäßeAusstellung seiner Schätze. Statt "von allem etwas" auszustellen,macht es Sinn, gezielt die Lebens-und Wohnsituation aus der Bau-und Blütezeitdes Hauses zum Thema zu machen. Die Rettung des Hauses mit seinerSammlungsfülle in vielfach umgebauten Räumen bedeutet aber auch, dass dieErhaltung des Hauses als Museum das Depot in der Hospitalstraße unerlässlichmacht. Es kommt von den Anwesenden die Anregung, dort mehr als nur Depot undAufbewahrung des Museumsgutes umzusetzen und auch die Industriegeschichte nichtzu vergessen.
Wolfgang Streblow, Leiter desFachbereichs Kultur, informiert darüber, dass die Sicherung des Depots alserster Schritt nun den Weg frei macht für die weitere Planung des Stadtmuseums."Ein kleines Café wäre schön", sind sich die BesucherInnen einig,"ein Aufzug muss her" meinen andere. Die Auflagen für dieMuseumsleute sind heute ungleich höher als vor Jahrzehnten. Also ist da vielArbeit zu leisten. Die aber wird sich lohnen, damit Lippstadt als Stadt miteiner über 800 Jahre alten Geschichte endlich einen oder mehrere Orte hat, umdiese Geschichte zu vermitteln. Ziel ist, die "Dinge zum Sprechen zubringen" und mitten in der Stadt mit dem Stadtmuseum einen wichtigen Kulturpunktzu stärken.
...und wer weiß? Vielleicht wirdja auch die alte Treppe wieder eingebaut? Die liegt bestimmt noch auf demBoden, weiß Frau Kersting. Da lohnt sich das Suchen doch mal.

 

Blasiusessen 2016


Am Dienstag, 2. Februar 2016 fand das traditionelle Blasiusessen des Heimatbundes Lippstadt in der Senfmühle statt.
Vorstand und Beirat begrüßten eine Abordnung des Vereins für Geschichte und Heimatpflege Soest unter der Führung ihrer Vorsitzenden Frau Ilse Maas-Steinhoff. Bei leckerem Essen ergaben sich in geselliger Runde viele Gespräche zwischen den Soestern und den Lippstädtern, über Gemeinsamkeiten beider Vereine und auch über unterschiedliche Bedingungen in beiden Städten. Frau Maas-Steinhoff überreichte ein "Soester Überlebenspaket" mit allerlei Spezialitäten aus der Bördestadt an Dr. Marlies Wigge, die Vorsitzende.
Beide Vereine wollen sich demnächst noch einmal zu einer Exkursion treffen, um Veränderungen an markanten Bauten in beiden Städten, dem Burghofmuseum in Soest und dem Lippstädter Metzgeramtshaus zu besichtigen.

 

Brücken in Lippstadt

Die Cappeltorbrücke als die wohl älteste Brücke der Stadt war Ausgangspunkt einer besonderen Brückentour des Heimatbundes Lippstadt. Mit Ausbau der Festung und nach der Anlegung des Kanals entstanden in Lippstadt besonders im Norden zahlreichen Brücken und Wehre, die alle eine interessante Baugeschichte haben. Die Finanzierung der Brückenerneuerung war oft problematisch, so dass dankbare Stadtväter dem unterstützenden Fürsten zur Lippe die entsprechende Brücke widmeten (Leopoldsbrücke am Lippertor). An dieser Stelle wurde auch lange Zeit Brückengeld und Akzise, also Stadtzoll auf Waren aller Art eingezogen. Andere Brücken jüngeren Datums hatten vor allem den Sinn, Freizeiträume zu erschließen (Mattenklodtsteg) oder den Zugang zu einer Produktionsstätte zu ermöglichen (Hille, Oststraße). Der Spaziergang führte an einer Brücke für die Weihe (Bahnhof) entlang zur imposanten und lang erwarteten Eisenbahnbrücke am Südertor, deren Bauvorbereitung eine Bohlenbrücke aus dem 18. Jahrhundert zutage förderte.

 

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