Aktuelles

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Einleitung Mitteilungen April 2019


Liebe Mitglieder
Ausgangspunkt für den inhaltlichen Schwerpunkt unseres diesjährigen Blasiusessens war der Heimatgedanke. Ein Dutzend Gäste aus dem Bereich der Bundes- Landes- und Stadtpolitik sowie aus dem Bereich Kultur genossen mit Beirat und Vorstand westfälische Traditionskost und diskutierten über den Begriff und das Konzept, die der Gastredner des Abends, Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales , Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen erläuterte.
"Heimat", ein Begriff, der seit einiger Zeit im Kommen ist, modern wird, modernisiert wird und Teil eines weltweiten Megatrends ist, ist für unseren Verein immer Teil des Leitbildes gewesen, lange bevor politische Parteien, Interessengruppen und nicht zuletzt die Werbung ihn vereinnahmten und benutzten.
So, wie wir als Verein aber keine Markenrechte an diesem Begriff haben, so müssen wir auch kritisch hinterfragen, was an romantisierenden Ideen in die Abteilung Heimat gepackt wird, weil es eben gerade gut ankommt.
Die Arbeit des Heimatbundes hat mit dazu beigetragen, den Begriff für Lippstadt mit historischer Tiefe zu füllen, differenzierter zu betrachten, wie LippstädterInnen Bindungen an ihren Geburts- oder Wohnort entwickeln, wie diese Bindungen durch allerlei Rituale gepflegt werden.
Kultur, Identität und Heimat sind als Konzepte vielschichtig, zeitabhängig und sowohl Kopf-als auch Herzenssache und durch unser Handeln in Gruppen und Gemeinschaften kontinuierlich im Wandel. Kultur, kürzlich Thema eines Kulturforums, ist mit über 150 Definitionen seit Jahrhunderten ein Leitthema, dessen Bandbreite groß ist. Eine der Definitionen ist: Kultur ist die selbsterschaffene Welt des Menschen (Rothacker). Wenn Kultur jeweils vom Menschen in Gemeinschaften erschaffen und verändert wird, dann ist auch der Heimatbegriff ein solch dynamisches Konzept.
Die Dynamik des Heimatbegriffes wird deutlich, wenn Sie Lippstädter unterschiedlicher Generationen befragen. Die älteren Befragten verbinden mit dem Begriff den alten, in den sechziger Jahren abgerissenen Bahnhof, das Waldschlösschen, die etwas jüngeren dagegen die Diskothek Cartoon am Tivoli oder die Stadtschänke, in den siebziger Jahren abgerissen. Die jungen LippstädterInnen haben auch so ihre Kultorte und -kneipen. Der Blicker, die Beilage zum Patriot, veröffentlicht regelmäßig Berichte über Heimatgeschichten, passend dazu Bilder und Anekdoten. Wichtig sind allen genannten Gruppen Erinnerungen an Gebäude, Ereignisse und Lebenslagen.
Unser Verein hat sich immer wieder um die Aufarbeitung von Quellen gekümmert, ist so zu einer Größe in der Stadt geworden, deren Wissensfundus nun auch in der Diskussion mit den Konzepten des Heimatministeriums gefragt ist. Gegner, die diese Idee nicht zeitgemäß finden, das Ganze eine Verschwendung an Ressourcen und den Nutzen bezweifeln, treffen auf die Befürworter, die begeistert das Ministerium samt der dazugehörigen Förderlandschaft begrüßen oder verhalten reagieren und meinen, mal sehen, schaden könne es ja wohl nicht.
Wir sollten gelassen reagieren und das Ministerium mit seinen Förderprogrammen als willkommene Hilfestellung für unsere Arbeit sehen.
Unabhängig von der Wirkungsintensität des Heimatministeriums haben wir auf der Ebene der Stadtgesellschaft Lippstadt das Thema "alte Gemäuer" auf der Tagesordnung, hier mit dem Dauerschwerpunkt "Hella Bauensemble". Wir bemühen uns aber auch um angemessene Dokumentation der Frühphasen der Lippstädter Stadtgeschichte, fordern die archäologische Untersuchung der Umgebung der Nicolaikirche und haben deshalb weiterhin Themen, die Diskussion und Diskurs fördern. Neue MitstreiterInnen sind uns jederzeit willkommen, dies in den klassischen Bereichen Spaziergang/Radtour, aber auch in anderen Themengebieten.
Die Geburtstagsvorbereitungen für unseren Verein (Gründungsjahr 2021) laufen deshalb auch schon jetzt an. Aus der guten Idee von Dr. Wolfgang Maron wird sicher mit Hilfe der LippstädterInnen bis dahin eine besondere Sammlung von Gedanken, Bildern und Geschichten zum Thema Lippstadt, Heimat und Geschichte. Sie sind dabei, hoffe ich?
Herzliche Grüße
Marlies Wigge

Wechsel in der Projektleitung der „Lippstädter Spuren“:


Nach über 30 Jahren gibt der Mitbegründer der„Lippstädter Spuren“ – der Ehrenvorsitzende Hans Christoph Fennenkötter – die Projektleitung ab an das Beiratmitglied Dr. Wolfgang Maron. Im Jahre 1987 hatte Fennenkötter die Idee zu den „Spurenheften“ gemeinsam mit seinen damaligen Vorstandsmitgliedern Christof Laumanns und Hans-Christian Schwade. Seit dem sind in unregelmäßiger Folge fast 30 Spurenhefte erschienen. Weitere sind bereits in Planung….

Einladung zur Mitarbeit


Liebe Heimatfreundinnen, liebe Heimatfreunde!
Der Heimatbund Lippstadt wird im Jahr 2021 einhundert Jahre alt. Dieses Jubiläum soll mit einem Buchprojekt im Rahmen unserer Schriftenreihe „Lippstädter Spuren“ gefeiert werden. Darin wird Lippstädterinnen und Lippstädtern (hier Geborenen ebenso wie Zugezogenen oder Weggezogenen) die Möglichkeit gegeben, persönliche Erinnerungen, Eindrücke und Bilder ihrer Heimatstadt Lippstadt zusammenzutragen. Geschichte und Kultur, Religion und Sport, Feste und besondere Ereignisse können dabei ebenso beschrieben werden wie Straßen und Plätze, Gebäude, Gebäudeteile (z.B. Inschriften) oder Menschen.
Es soll dabei keine neue Stadtgeschichte und auch kein Stadtführer entstehen, sondern ein Lippstadt-Lesebuch mit persönlich gefärbten Beiträgen, das sich wie ein Kaleidoskop aus vielfältigen Aspekten zusammensetzt und bei denen man als Leserin oder Leser auf Bekanntes und weniger Bekanntes stoßen kann. Die Klammer eines solchen Gemeinschaftswerkes ist der Bezug zu Lippstadt.
Einige Anregungen:

- Lieben Sie einen besonderen Platz in der Stadt, ein Gebäude oder ein besonderes Kirchenfenster?

- Möchten Sie einen Ort Ihrer Kindheit beschreiben?
- Erinnern Sie sich an ein wichtiges Ereignis oder eine prägende persönliche Begegnung?
- Haben Sie das Hochwasser 1965 erlebt?
- Gehörten Sie vielleicht zum Lippstadt-Team bei „Spiel ohne Grenzen“ oder können als Zuschauer davon berichten?
- Haben Sie vielleicht ein Lieblingsstück im Museum?
- Gibt es eine für Sie wichtige Episode aus der Stadtgeschichte, die Sie beitragen möchten?
- Oder haben Sie Anregungen zu geeigneten Themen und spannenden Beiträgen?
Die Texte sollen etwa eine Seite lang und möglichst mit einem Foto versehen sein. Honorare werden nicht gezahlt.
Über die Aufnahme der Beiträge in den Band entscheidet das Redaktionsteam (bestehend aus den Damen und Herren Dr. Becker, Fennenkötter, Dr. Maron, Dr. Schönebeck, Schulte-Steinberg, Schwade, Dr. Wigge).
Spätester Abgabetermin für Texte und Bilder ist die Herbstwoche 2019.


Kontakt und weitere Information:

Dr. Wolfgang Maron
spuren@heimatbund-lippstadt.de

Einleitung Mitteilungen Oktober 2018


Liebe Mitglieder,
beim Gang durch die Stadt fällt am Cappeltor das Baudatum des heutigen Best Western Hotels auf: 1914-18. Die Bauzeit und ihre Länge hängen sicherlich mit den Ereignissen und Entwicklungen des ersten Weltkriegs zusammen, wie auch die Statue des Bernhard am Bernhardbrunnen am Südende der Stadt ihre eigene, mit dem ersten Weltkrieg verbundene Entstehungsgeschichte hat. Das Jahr 1918 markiert für die deutsche Geschichte einen entscheidenden Punkt in der Entwicklung. Dr. Wolfgang Maron wird uns einen Vortrag zu dieser Thematik halten und hat schon einmal in diesem Mitteilungsblatt einen Ausblick darauf formuliert.
Unser Verein hatte in den letzten Wochen viel zu diskutieren, die Zukunft bzw. der Erhalt des Hella Bauensembles ist uns ein Anliegen, von dessen Wichtigkeit wir auch die VertreterInnen der politischen Parteien und der Öffentlichkeit überzeugen wollen. Überzeugungsarbeit ist kleinteilig und mühsam, hat viel mit Reden, Austausch und konstruktiver Kommunikation und auch mit Nachdenken zu tun. Wir machten im Zuge dieser Überzeugungsarbeit die Entdeckung, dass vielen LippstädterInnen die Zukunft der "alten Gemäuer", wie z.B. des Hella Bauensembles, keineswegs egal ist. Wir lernten neue InteressentInnen für unseren Verein kennen und auch VertreterInnen anderer Gruppen und Vereine.
Dieser positive Aspekt unserer Arbeit hilft uns, Reserviertheit, Skepsis und gar komplette Ablehnung hinsichtlich unseres Anliegens und unserer Art der Öffentlichkeitsarbeit zu verkraften. Der Heimatbund Lippstadt hat sein Kernanliegen, sich um Erhalt und Vermittlung historischer Zeugnisse in Bausubstanz und anderer Form zu kümmern und zu engagieren, umso fester im Blick als mit Basta-Argumenten und dem vermeintlichen Sachzwang sowohl Engagement als auch Berechtigung eben dieses Engagements abgesprochen werden.
Die Geschichte unseres Vereins zeigt, dass auch in früheren Jahrzehnten immer wieder einmal strittige Punkte auftraten, dass festgefahrene Situationen entstanden. Wir bleiben dran, wir fragen weiterhin nach und fühlen uns ermutigt durch das eben erst erschienene Kulturpolitische Leitbild unserer Stadt, das "eine der Grundlagen der Stadtidentität" ist. Zu dieser Stadtidentität gehören "rationales Handeln, kritisches Urteilsvermögen und ein humanistischer Wertekonsens". Ich gehe davon aus, dass das kulturpolitische Leitbild nicht ausschließlich von "der Stadt" für die BürgerInnen gemacht wurde, sondern - und das wissen wir alle gut - in einem Prozess des Dialogs zwischen Stadt und BürgerInnen entstand und deshalb mit seinem Wertekanon auch beide Beteiligte einschließt.
Schaun wir mal, reden wir weiter, bleiben wir dran. Wir haben nicht nur ein buntes Veranstaltungsprogramm, sondern auch eine vielseitig interessierte und vorgebildete Mitgliederschaft, deren Mittun in Sachen Hella-Bauensemble und Erhalt anderer Zeugnisse der Stadtgeschichte weiterhin gebraucht und geschätzt wird.
Ihre
Marlies Wigge

Einleitung Mitteilungen April 2018


Liebe Mitglieder,


Lippstadt wird Baustelle und von uns LippstädterInnen wird demnächst viel Flexibilität verlangt. Die Kulturschaffenden und -suchenden werden sich an neue und ungewöhnliche Spielstätten gewöhnen müssen, wenn das Theater geschlossen wird. Derzeit wird schon an einigen dieser zukünftigen Baustellen alles vorbereitet. Am Theater werden Gedenksteine gesichert, im Museum koordiniert Frau Dr. Schönebeck, die neue Museumsleiterin, das geordnete Verpacken der Exponate, damit diese in ein Depot gebracht werden.


Wenn um- und ausgeräumt wird, dann fragen so manche Helfer: Brauchst du das noch? oder auch: Ist das Kunst oder kann das weg? Für die so Angesprochenen bedeutet dies einen neuen Blick auf das, was gemeint ist, eine alte Truhe, ein Bild, eine Skulptur, einen Stapel Bücher oder Akten, die gesammelt und gehütet wurden und auch die Erkenntnis, dass die Helfer die eigene Wertschätzung nicht unbedingt teilen. Zumindest fragen sie aber, die Helfer, nach den Erfahrungen mit einer Arbeit des Joseph Beuys ist das wohl inzwischen auch besser.


Auch die LippstädterInnen sind gefragt: ist das Kunst oder Denkmal oder kann das weg? Diese Fragen werden allerdings in Gremien diskutiert, dort entschieden, so dass oft genug das "Kann nun weg" Etikett schon fertig zum Dranpappen ist, wenn die LippstädterInnen von neuen Bauvorhaben erfahren.


Dies ist kein Einzelfall, es zieht sich durch die Geschichte des Heimatbundes, immer wieder Abrisspläne für Gebäude nach deren Bekanntwerden zu hinterfragen und sich gemeinsam mit anderen für den Erhalt der Bausubstanz einzusetzen. Zu diesen Gebäuden gehören der Remter, das Stadtmuseum, die Villa Burger und nun das sogenannte Hella Haus, die frühere Lampenbude.


Die Umsetzung von "Kann weg" zeigt sich dann an Plaketten, die z. B. an der Brücke am Lippertor vom Abriss des Akzisenhäuschens künden. In unserer Stadt finden sich hier und auch an anderen Stellen unrühmliche Beispiele für schnellen und nicht überlegten Abriss, der diese Stellen abgekaut aussehen lässt. Statt Stadttor oder zumindest Markierung des Stadteingangs findet sich hier am Lippertor ein hügeliger Radweg in Schieflage.


Es ist abzusehen, dass die Innenstadt sich weiter in Richtung Erlebnisgastronomie und Einkauf verändern wird. Ebenso wird die Verdichtung der Wohnbebauung und die Bebauung in größeren Dimensionen inzwischen angestrebt, wie das Wohnschiff-Projekt am Hafenweg zeigt.


Lippstadt als Einkaufs-und Dienstleistungsstadt lebt von der Steigerung der Aufenthaltsqualität. Deshalb verändert man Straßenführungen, opfert sogar Parkplätze und hofft, mehr Leben und mehr Kunden in die Stadt zu bringen. Kultur als weicher Standortfaktor gehört aber auch zur Qualität unserer Stadt, die derzeit wächst und ein weiteres Wachstum anstrebt. Und in Sachen Kultur ist unser Verein schon seit Jahrzehnten erfolgreich unterwegs und tätig. Die Planungsexperten der Stadt sollten für die Zukunft wissen, dass mit unserem Verein zu rechnen ist.


Zunächst können wir für eine Reihe von Gebäuden schon mal sagen: nein, das kann nicht weg, das brauchen die LippstädterInnen noch. Wir können auch sagen: wir wissen, wofür das gebraucht werden kann, wir sehen für bestimmte Räume und Häuser bestimmte Zukunftsperspektiven.


Den Skeptikern halten wir entgegen: wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Wir trauen uns zu, gemeinsam mit anderen Mitstreitern aus Vereinen und Gruppierungen für Lippstadt in Sachen Kulturentwicklung weiterhin Einiges auf den Weg zu bringen.


Dazu müssen Mittel und Wege gefunden werden. Diese Mittel sind die Fördermittel, die für kulturelle Zwecke bereitstehen und beantragt werden können und sollten. Die Wege sind die des Austausches und der Kommunikation, die schon einmal, in Sachen Stadtmuseum, erfolgreich beschritten wurden.


Verhindern sollten wir, dass sich durch gezielte Vernachlässigung abgeschlossener oder abgeschotteter Gebäude Bausubstanz erledigt, dass sich die Steinlaus des Professor Grzimek auch in Lippstadt breitmacht und im Verbund mit den schon aktiven Holzwürmern ein neues städtisches Biotop besiedelt. Das Stadtmuseum, Remter und Hella Haus sind erst der Anfang, in Lippstadt gibt es noch mehr zu sehen, zu bewahren oder zu retten.


Lippstadt besteht nicht nur aus Fachwerkhäusern, sondern auch aus baulichen Zeugnissen des 19. und 20 Jahrhunderts. In diesen Jahrhunderten wurde der Grundstein für die moderne Wirtschaft gelegt und erweitert, von Personen und Familien, die zur Stadtgeschichte einfach dazu gehören. Gerade am Beispiel Hella Haus zeigt sich, dass in Lippstadt nicht jedem Bewohner klar ist, wofür dieses Haus steht, dass es Bedeutung für die Stadt und ihre Wirtschaftsgeschichte hat und dass es deshalb eben nicht wegkann. Es wird Zeit, in Sachen Kultur auch in größeren Dimensionen zu denken und damit der Stadt einen Zuwachs an Aufenthaltsqualität zu ermöglichen.


Barbara Birkert hat gemeinsam mit Professor Dr. Münz einer großen Besuchergruppe die Geschichte der Lampenbude/des Hella Hauses sehr anschaulich erläutert und bietet im Folgenden noch einmal eine Kurzfassung dieses Stadtspaziergangs.


Ihre
Marlies Wigge

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