Mitteilungen

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Vorwort Mitteilungen April 2026

Liebe Mitglieder,
in diesem Mitteilungsblatt finden Sie eine Mischung von Themen und Aktivitäten, die der Heimatbund Ihnen anbieten kann und die Sie hoffentlich auch zum Teilnehmen und Mitmachen anregen wird.
Das Stichwort „Mischung“ beschreibt die derzeitige Lage unseres Vereins, der gemeinsam mit dem Förderverein Stadtmuseum und dem Kulturrat für einen Museumsbau kämpft. Wie auf einer Sanddüne sind wir mit den Entwicklungen seit dem Architektenwettbewerb nun durch neuere politische Konstellationen nur minimal weitergekommen, haben durchaus auch Rückschritte verzeichnen müssen. Das Konzept "doing museum", schon einmal vorgestellt, kann aber in dieser Lage ausdrücken, was nun angedacht und angebracht ist. Statt Schockstarre sind Umdenken, Umplanen und die intelligente Umsetzung des "doing museum"- Konzepts gefragt. Wir wollen handeln, nicht zuschauen, wie Pläne erst zerredet und dann final archiviert werden.
Ein Baustein in dieser Strategie ist die Umsetzung des Projekts "Museum auf Wanderschaft", das Professor Münz nun in erweiterter Version auf den Weg bringen will und das das Museum ins Gespräch, in den sichtbaren Stadtbereich und wieder in die Diskussion bringen soll. Näheres finden Sie in diesem Heft. Ladenleerstände kreativ zu nutzen ist inzwischen Teil der städtischen Politik zur Belebung von Wirtschaft und Handel, wenn demnächst die Kultur als Förderschwerpunkt dazukommt, dann ist das nur konsequent weitergedacht. Endziel ist neben der Verwirklichung der Museumsbaupläne vor allem auch, den gegenwärtigen Museumsbau in seinem vernachlässigten Zustand nicht zu einem weiteren "vergessenen Ort" zu machen, vor dem spätere Generationen stehen und fassungslos den Kopf schütteln.
Viele LippstädterInnen finden, dass es Zeit ist, dass sich etwas dreht, meinen damit aber dann doch eher die Herbstwoche. Vor 100 Jahren als Motor für Handel und Gewerbe in der Innenstadt gestartet, zieht die Herbstwoche zuverlässig ihre Fans an, die sich auf Kirmeslichter, Zuckerwatte, Fahrgeschäfte und die Angebote der Innenstadtgeschäfte freuen. Das Jubiläum wird seit Monaten von vielen kreativen Köpfen geplant und mit neuen Ideen zu einer Ausnahmeveranstaltung für Lippstadt und das Umland gestaltet.
Der Heimatbund ist natürlich bei diesen Planungen und Aktionen auch dabei, beim Umzug und der Ausstellung in der Brüderkirche, diese gemeinsam mit dem Stadtmuseum. Dr. Maron wird den Herbstwochen - Spurenband passend zum Event präsentieren.
Es gibt also viel zu tun, und Vieles, das derzeit in Arbeit ist, aber durchweg mit einer positiven Perspektive, was Museum betrifft und natürlich einer sehr positiven Perspektive in Sachen Herbstwoche.
Für beides gilt, Seien Sie dabei, machen Sie mit, es wird "Zeit, dass sich was dreht".
Herzliche Grüße
Marlies Wigge



Nachruf für unser Beiratsmitglied und Stadtführer Jürgen Leimeier

Mit großer Trauer nehmen die KWL Kultur und Werbung Lippstadt GmbH, die Stadt Lippstadt und der Heimatbund Abschied von ihrem langjährigen Stadtführer und Beiratsmitglied unseres Heimatbundes Jürgen Leimeier, der im Januar 2026 verstorben ist.
Jürgen Leimeier war seit 2010 als Stadtführer für die KWL Kultur und Werbung Lippstadt GmbH tätig und prägte über viele Jahre hinweg das Bild der Stadtführungen in Lippstadt maßgeblich mit. Von Januar 2014 bis Mai 2019 engagierte er sich zudem als Vorstand der Stadtführer AG und setzte sich mit großem Einsatz für Qualität, Weiterentwicklung und Nachwuchsarbeit ein. In der Arbeitsgemeinschaft der Stadtführer bildete er zahlreiche neue Kolleginnen und Kollegen aus und gab sein enormes Fachwissen mit großer Sorgfalt und Leidenschaft weiter.
Darüber hinaus engagierte er sich seit 2012 im Vorstand und Beirat des Heimatbundes. Hier brachte er sich mit seinem großen Sachverstand immer wieder konstruktiv ein. Wir haben ihm zahlreiche Anregungen und Einordnungen von Themen und Fragestellungen zu verdanken. Zudem unterstützte er uns enorm bei diversen Aktionen für unsere Sache und zum Gemeinwohl der Stadt und unserer Mitglieder. Der Heimatbund wäre ohne ihn ein anderer.
Seine Führungen zeichneten sich durch besondere Vielfalt, inhaltliche Tiefe und kreative Konzepte aus. Dazu zählten unter anderem die Historische Stadtführung, die Historische Kneipentour – Kneipen, Kultur und Kirche, Kirmesführungen für Kinder und Erwachsene, Historische Stadtführungen für Kinder, Angebote für die Kulturstrolche, sowie Formate wie „Viel sehen, wenig gehen“ und „Mit 300 PS rund um Lippstadt“, die er konzipierte und durchführte. Besonders hervorzuheben sind seine innovativen Führungsformate zur Lichtkunst im Wasserturm. Für Erwachsene entwickelte und realisierte Jürgen Leimeier ein eigenes Führungskonzept. Für Kinder schuf er eine anschauliche und pädagogisch wertvolle Führung, um auch den kleinen Gästen den Wasserturm mit seinem Lichtkunstobjekt näher zu bringen.
Neben seiner Tätigkeit als Stadtführer war Jürgen Leimeier auch Verfasser historischer Schriften. Sein Werk „Wassergeschichten“, erschienen im Verlag W. Leimeier, zeugt von seiner tiefen Verbundenheit mit der Geschichte Lippstadts und seinem Anspruch an sorgfältige, fundierte Recherche.
Jürgen Leimeier war ein Mensch, der als äußerst akkurat, pünktlich, verlässlich und jederzeit ansprechbar beschrieben wurde. Kolleginnen und Kollegen wie auch Gäste schätzten ihn für seine Hilfsbereitschaft, seine offene Art und sein außergewöhnliches Fachwissen über Lippstadt und seine Geschichte. Er war sehr beliebt und ein geschätzter Botschafter der Stadt.
„Mit Jürgen Leimeier verlieren wir einen engagierten Stadtführer, einen fachlich herausragenden Kenner der Lippstädter Geschichte und einen Menschen, der eine große Lücke hinterlässt. Sein Wirken wird in der Arbeit der Stadtführer und in vielen Erinnerungen weiterleben“, betont Bürgermeister Alexander Tschense.
Die KWL Kultur und Werbung Lippstadt GmbH, die Stadt Lippstadt sowie der Heimatbund Lippstadt e. V. richten ihr aufrichtiges Mitgefühl an seine Familie, seine Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.
Wir werden ihn sehr vermissen.

 

Bis diese besonderen Lichter in Lippstadt leuchten, hat zunächst die Osterkirmes nach dem langen Winter BesucherInnen angezogen. Dann aber kommt mit der Herbstwoche, die zum 100. Mal stattfinden wird, eine Veranstaltung, die die Stadt für eine gute Woche in den vergnügten Ausnahmezustand versetzten wird. Der Heimatbund ist in die Vorbereitungen des Jubiläums mit eingebunden und sammelt mit dem entsprechenden Spurenband auch Anekdoten, Geschichten, Fotos und Spuren dessen, was die Herbstwoche in dieser langen Zeit ausmachte.
An der Brüderkirche sah man vor einer Weile die Leiterin des Stadtmuseums, Frau Dr. Schönebeck, die mit einem Zollstock die Breite der Türen dieser altehrwürdigen Kirche vermaß. Auf Nachfrage war zu erfahren, dass die Messreihe auch mit den "Kirmeslichtern" zu tun hat, eben der Ausstellung zum Herbstwochenjubiläum. Die BesucherInnen passen locker durch die Kirchentüren, aber bei so manchem Ausstellungsobjekt, das in der Ausstellung präsentiert werden soll, lohnt sich das Nachmessen, denn Teile eines Karussells oder gar eine alte Musikanlage haben schon Sondermaß.
Für unsere Mitglieder hier schon mal eine Liste mit Fragen und natürlich auch Antworten.
Wie kommt die Idee zustande, in der Brüderkirche eine Ausstellung zu machen?
Diese Anregung kam vom Bürgermeister, der wohl die Ausmaße der Ausstellungsfläche vor Augen hatte, möglicherweise auch die Dimensionen von Kirmesobjekten und der schon einmal, zum Kindergartenjubiläum angeregt hatte, die Brüderkirche als Ausstellungsort zu nutzen.
Warum wird nicht die Rathausgalerie als Ort genutzt?
Dieser Ausstellungsort ist für eine interaktive Lego-Ausstellung "Herbstwoche" für alle Altersstufen vorgesehen, mehr zur Geschichte der Herbstwoche und der Kirmes gibt es dann einige Schritte weiter, in der Brüderkirche.
Wie sieht das Konzept für "Kirmeslichter" aus?
Die Ausstellung ist für alle LippstädterInnen gedacht, die sich noch an den Eisbären Fotopoint erinnern, die von der Märchenmotto-Dekoration der Geschäfte schwärmen oder die in Erinnerungen an Trubel und eine proppenvolle Stadt mit Geschäften im Sonderangebotsmodus schwelgen.
Und wie stellt man so etwas dar oder aus?
Alte oder typische Dekorationsobjekte der Einzelhändler und Schausteller, liebevoll aufbewahrt und gehütet, werden die besondere Stimmung in der Stadt mit vermitteln. Vielleicht auch eine Kirmesorgel, - aber die muss natürlich auch erstmal durch die Tür passen.
Und dann kommt ein erklärender Text dazu?
Nicht nur einfach ein Text, vielmehr geht es um Auszüge aus den Interviews, die schon lange vor dem Jubiläum vom Stadtmuseum und dem Heimatbund mit Vertretern des Einzelhandels aufgezeichnet wurden. Einige erzählen aus Kindertagen, wie sie etwa mitgeholfen haben, das besondere Gebäck vorzubereiten, dass die Eltern vor der Tür auf der Lange Straße verkauft haben. Andere berichten aus der Perspektive der erfahrenen Geschäftsfrau, die stets zu dem Herbstwochen-Motto passend ein besonderes Warensortiment organisiert hat. Historische Fotos aus Privatbesitz werden gezeigt. Auch ausgewählte Kurztexte aus dem Spurenbuch zur Herbstwoche machen für die BesucherInnen das Besondere dieser Lippstädter Sonderzeit erlebbar.
Was macht den besonderen Mix aus für die Herbstwoche?
Es war zu Beginn eine Werbewoche für Handel und Gewerbe, dazu ein bisschen Kirmesvergnügen. Im Laufe der Zeit haben sich die Akzente dann schon stärker in Richtung Kirmes und Unterhaltung verschoben. Das sieht man auf alten Fotos, die vom Archiv gehütet wurden.
Was wünscht sich die Museumsleiterin für die Ausstellung?
Dass die Traumobjekte ausleihbar sind und auch durch die Türen passen, natürlich. Dann auch, dass die Ausstellung in dem besonderen Raum, den die Kirche darstellt, technisch gut gestaltbar ist. Der dritte Wunsch ist der aller AusstellungsleiterInnen: dass die LippstädterInnen kommen, gucken, lesen, diskutieren, spekulieren, sich erinnern, vielleicht auch beim zweiten oder dritten Besuch Gäste und Freunde mitbringen und auch eigene Stücke, die mit ihrer Bedeutung zur Jubiläumsausstellung "Kirmeslichter" beitragen.
Also: vormerken und weitersagen: "Kirmeslichter" - 100 Jahre Herbstwoche Lippstadt
9 bis 30 Oktober 2026 in der Brüderkirche
Dr. M. Wigge und Dr. C Schönebeck

 

„Museum auf Wanderschaft“

Der Heimatbund, das Stadtmuseum und die Stadt Lippstadt planen 2026 eine gemeinsame Projektinitiative. Es geht um die Stärkung der Wahrnehmung des Stadtmuseums im öffentlichen Raum. Durch die Sanierungsnotwendigkeit des Palais Rose/Stadtmuseum muss der gesamte Museumsfundus (ca. 50.000 Exponate!) zum Museums-Depot in der Hospitalstraße transferiert werden, also geht das „Museum auf Wanderschaft“! So lautet auch der Name des Gemeinschaft-Projektes. Ziel ist, in wechselnden Schaufenstern von Geschäfts-Leerständen der Innenstadt, mit adäquaten Museumsexponaten eine Präsentation Lippstädter historischer Personen publikumswirksam zu positionieren. In moderner Animation sollen Lippstadts außerordentliche geschichtliche Schätze sowie die Wichtigkeit der Museumsinstitution dargestellt werden. Mit dem Projekt „Museum auf Wanderschaft“ wird sich für den Zeitraum der Renovierungs-Schließung des Museums die Wichtigkeit dieser Kulturinstitution im Bewusstsein der LippstädterInnen besser erhalten. Der Start des Projektes ist für den Herbst geplant.

Vorwort Mitteilungen Oktober 2025

Liebe Mitglieder,
im letzten Heft war von Anfängen die Rede, und daran möchte ich auch im neuen Mitteilungsheft anknüpfen. Es ist ein Anfang gemacht, mit den nun vorliegenden Entwürfen und den Ideen aus dem Architektenwettbewerb die Gestaltung des Marktplatzes und den Museumsbau weiterzuentwickeln. Dazu gehört natürlich auch die vielbeschworene neue Diskussionskultur im Rat der Stadt, die sich hoffentlich einstellen wird und die auch mit mehr Sachlichkeit die Entwicklung von Perspektiven für unsere Stadt und deren Mitte fördern wird.
Die Bürgermeisterwahl ist da natürlich ein wichtiger Faktor. Wir gratulieren Alexander Tschense zu seinem Sieg und wünschen ihm viel Erfolg als erstem Bürger unserer Stadt. Vielleicht kommt bei seiner Amtseinführung ja ein altes Lippstädter Inventarstück zum Einsatz, über dessen Funktion uns sein historischer Amtsvorgänger, Bürgermeister Möller, in seine "Nachrichten über Lippstadt" informiert. Demnach ist die Einführung unter dem Kronleuchter im Rathaussaal durchzuführen, dabei hält der Bürgermeister den Bürgermeisterstab in der Hand. Das ist der Stab, der 1925 als eines der ersten Exponate dem noch neuen Museum vor 100 Jahren übergeben wurde und der derzeit im Depot des Museums an der Hospitalstraße gehütet wird. Vielleicht lässt sich da eine Ausleihe arrangieren, es ist ja für einen höheren Zweck.
Anfänge bedeuten oft auch Baubeginn, sei es nun im Südosten der Stadt oder an der Tivoli-Insel oder, wie bekannt wurde, an der Ecke Cappelstraße und Nicolaiweg. Die Befürchtungen, der alte Steinbecker-Hof könnte abgerissen werden und einem Neubau weichen, bewahrheiteten sich nicht, stattdessen sind für das Areal aus mehreren Hauseinheiten Restaurierung und behutsamer Umbau geplant. Unseren Verein, der sich die "Rettung alter Gemäuer" als Aufgabe gesetzt hat, freut es sehr, dass hier ein Stück der Lippstädter Bau-und Stadtgeschichte erhalten bleibt. Wir wünschen dem Projekt deshalb viel Erfolg und hoffen natürlich, dass wir demnächst mal gucken kommen dürfen.
Sie, unsere Mitglieder dürfen gerne mitmachen bei dem, was wir in unserem Programm für Sie bereithalten, da ist bestimmt etwas dabei. Beim Besuch des Vinzenz-Kollegs im Januar 2026 wird uns wohl auch die Frage bewegen, ob es dort auch einen neuen Anfang geben wird und wenn ja, unter welchem Vorzeichen.
Ihnen wünsche ich einen schönen Herbst und gesunden Winter und bin sicher: Wir sehen uns!
Herzliche Grüße
Marlies Wigge

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