Wir wollen im Mai 2010 mit dem Zug nach Berlin fahren. Auf einer Tour, die vom sehr frühen Morgen bis in den Abend dauert, werden wir in dem Ort, der für Königin Luise Lebensmittelpunkt war, zwei Ausstellungen zum „Luisenjahr“ anlässlich ihres 200. Todesdatums besuchen.
Die Ausstellung in Charlottenburg ist den vielfältigen Facetten Luises gewidmet. Die Schönheit und Anmut, die Natürlichkeit und Eleganz der Frau, die mit 21 Jahren an der Seite ihres Mannes Friedrich Wilhelm III Königin von Preußen wurde, beeindruckten ihre Untertanen und die höfische Gesellschaft in Berlin. Die junge Frau, die schon zu Lebzeiten eine Legende war, hatte eigene politische Vorstellungen und war für ihre Gegnerschaft zu Napoleon bekannt. Diese Haltung ließ sie in Preußens „schwerer Zeit“ zu einer Hoffnungsträgerin werden, auf die ihr Volk blickte.
Nach ihrem frühen Tod entwickelte sich ein Mythos um ihren kurzen Lebensweg und ihre Person, der über Jahrzehnte zu einer identitätsbildenden Erinnerungskultur in der aufstrebenden preußisch-deutschen Geschichte beitrug. In Charlottenburg werden uns als Besuchern Zeit und Person der Königin mit Gemälden, Skulpturen und Dokumenten nahegebracht.
Auf einer romantisch-versteckten Havelinsel, der Pfaueninsel, genossen Luise und ihre Familie das Landleben, wie es sich königlich gestalten ließ. Vielfältige Ausstellungsprojekte auf dieser Insel lassen die Freizeitgestaltung einer preußischen Königsfamilie lebendig werden. Die Pfaueninsel, inzwischen Teil des Weltkulturerbes zeigt anlässlich dieser Luise-Ausstellung auch unbekannte Seiten und erlaubt einen fast familiären Blick auf die preußische Königin und ihre Zeit.
Die Fahrt wird geplant und begleitet von Annette Schoop, die im März hier in Lippstadt einen Vortrag über Königin Luise halten wird. So eingestimmt freuen wir uns auf eine spannende Zeitreise und einen schönen Tag in Berlin. |